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Genusslexikon: Was macht Dinkel zu einem so besonderen Getreide?

Manche Körner haben einfach eine Geschichte zu erzählen. Wer schon einmal früh am Morgen bei uns saß, wenn das erste Brot frisch aus dem Holzofen kommt, kennt diesen Moment: den kräftigen, leicht nussigen Duft, der sich übers ganze Café legt, noch bevor die erste Scheibe aufgeschnitten ist.

In unserem kleinen Genusslexikon nehmen wir euch heute mit zu einem Getreide, das auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, aber seit Jahrhunderten fest zu unserer Region gehört: dem Dinkel. Was macht ihn eigentlich so besonders – und warum lohnt sich der etwas aufwendigere Umgang mit ihm?

Ein altes Korn mit Tradition

Dinkel ist ein naher Verwandter des Weizens, wird aber schon seit Jahrhunderten in Südwestdeutschland angebaut. Auf der Schwäbischen Alb war er lange Zeit das wichtigste Brotgetreide überhaupt – nicht ohne Grund trägt er hier auch den Beinamen „Schwabenkorn“. Sein Korn ist von einer festen Spelzhülle umschlossen, die es vor äußeren Einflüssen schützt – wertvoll für das Korn, aber auch der Grund, warum die Verarbeitung etwas mehr Aufwand braucht als bei modernem Weizen.

Was Dinkel so besonders macht

Gerade weil er genügsam und robust ist, passt Dinkel ideal in unsere Region:

  • Genügsam: Er kommt auch mit kargeren Böden und einem raueren Klima gut zurecht.
  • Kräftiges Aroma: Sein nussiger, voller Geschmack unterscheidet sich deutlich von hellem Weizengebäck.
  • Gut versorgt: Dinkel bringt von Natur aus wertvolle Mineralstoffe und Eiweiß mit.
  • Bekömmlich: Viele Menschen empfinden Dinkelprodukte als besonders verträglich.

Kein Wunder also, dass das Dinkel-Vollkornbrot 2018 sogar vom Deutschen Brotinstitut zum „Brot des Jahres“ gekürt wurde.

Eine Frage der Geduld

In der Backstube verlangt Dinkelteig etwas mehr Gefühl als gewöhnlicher Weizenteig. Er ist empfindlicher, braucht längere Ruhezeiten und darf nicht zu kräftig geknetet werden – sonst verliert er seine guten Backeigenschaften. Wer sich diese Zeit nimmt, wird aber belohnt: mit einer kräftigen Krume und einer Kruste, die im Holzbackofen noch einmal ihr ganzes Aroma entfalten kann.

Genau diese Geduld ist es, die wir auch beim Sauerteig schon so schätzen – am Ende ist es immer dasselbe Prinzip: Gute Dinge brauchen Zeit.

Geschmack mit Geschichte

Wenn man bedenkt, dass Dinkel schon unsere Vorfahren auf der Alb ernährt hat, schmeckt eine Scheibe Dinkelbrot gleich noch ein bisschen anders. Ein Stück gelebte Regionalgeschichte – serviert mit guter Butter und einer Tasse Kaffee.

Lust auf eine Scheibe Dinkelbrot?

Kommt bei eurem nächsten Besuch gerne vorbei und probiert unser Dinkelbrot frisch aus dem Holzofen. Wir freuen uns auf euch! 💚